Kunstverein Meissen e.V., Ausstellungen, Vernissage, Künstler, Meißen, Jazz im Keller


Ausstellung

Andrea Piep - Käfer

Andrea Piep

"aus der natur"

 

Ausstellung im Kunstverein Meißen e. V.
21. Februar bis 20. März 2010

Der Kunstverein lädt Sie und Ihre Freunde herzlich zur Vernissage am
Sonntag, 21. Februar 2010.

Die Vernissage beginnt 11.00 Uhr im Bennohaus Meißen, Markt 9, 1. Etage.

Einführende Worte zur Ausstellung spricht Wolfgang Zimmermann / Autor und freier Jounalist


Andrea Piep - aus der natur

Andrea Piep zeichnet Tiere, darunter auch so profane wie Fliegen, Falter und andere Käfer, mit einer fast naturwissenschaftlichen Neugier und Beobachtungsgabe. Die Präsentation des kleinen Tierchens auf dem Bogen Zeichenpapier erinnert fern auch an Porzellanmalerei auf einem großen weißen, so rein wirkenden Scherben. Aber durch den augenzwinkernden Witz der Zeichnungen, wenn sich etwa massenweise getrocknete Fliegen auf dem Papier versammeln, überschreitet Andrea Piep eine Grenze zur Kunst, die der unbedingten Zeichnung. In dem sich die Künstlerin den Insekten über Tage und Wochen widmet und dieser ins Zentrum ihrer Aufmerksamkeit holt, macht sie die Käfer und Falter durch die Intensität ihrer künstlerischen Arbeit zu einmaligen Kunstwerken des Lebens.
„Kakerlake oder Küchenschabe, Schmetterlinge, Weberknechte, Fliegen, Spinnen, Käfer- das sind die zeichnerischen Objekte von Andrea Piep. Insekten sind für sie metamorphe Gestalten in doppelter Hinsicht: zum einen durchlaufen sie eine Entwicklung durch Ei- und Larvenstadien, zum anderen werden sie erst durch Tod und Zerfall zum Objekt künstlerischer Prozesse, wenn Andrea ihrer habhaft wird!“ so der Braunschweiger Maler Karl-Heinz Adamski in seiner Eröffnungsrede der Ausstellung im Botanischen Garten in Braunschweig über Andrea Piep.

Andrea Piep ist Stipendiatin des Freundeskreises Bildender Künstler 2009.


Laudatio von Wolfgang Zimmermann

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Freunde der Bildenden Kunst, sehr geehrte Andrea Piep

„Der Tod geht uns nichts an, denn was sich aufgelöst hat, ist ohne Empfindung; was aber ohne Empfindung ist, geht uns nichts an“ Diesen aus unserer Sicht so überaus radikalen Satz sagte der Grieche Epikur. Er lebte etwa drei Jahrhunderte vor dem eigentlichen Beginn der Zeitrechnung und hatte nach damaligem Wissensstand insofern recht, wenn er feststellte, dass gestorbene Lebewesen nicht nur keinen Menschen mehr interessieren geschweige denn, ihm in irgendeiner Form von Nutzen sein können. Bekanntlich aber hat sich die Welt mittlerweile um mehr als zwei Jahrtausende weitergedreht. Und der Begriff Tod an sich hat in diesem Zeitraum nicht nur einen völlig neuen Stellenwert bekommen, er bietet längst schon eine sehr willkommene Möglichkeit zur immer besseren Erforschung all der vielen und zum großen Teil immer noch ungelösten Geheimnisse des Lebens. Das ist auch ganz in Ordnung so, denn alles Forschen dient ja dem Fortschritt schlechthin. Dennoch sei die Feststellung erlaubt, desto mehr Rätsel der Natur und des Lebens in ihr der Mensch löst, desto sorgloser geht er am Ende doch mit den gemachten Erkenntnissen um. Außerdem; eine restlose Entschlüsselung der Geheimnisse des Lebens würde m. E. zu einer weiteren Aufwertung des vernunftbegabten Wesens Mensch und einer weiteren Abwertung des bspw. als nutzlos und überflüssig eingeordneten Insektes führen. Das betrifft u. a. die Käfer, die Fliegen, die Spinnen, die Heuschrecken sowieso, inzwischen ist man aber längst schon dabei, auch die Existenz von Mäusen, Eidechsen, Schlangen etc. in Frage zu stellen. Dafür werden viele Begründungen bemüht; z.B. kann man die meisten dieser Tiere nicht essen (zumindest nicht in den hoch zivilisierten Ländern) und was der Mensch nicht wenigstens verspeisen kann, tendiert auf seiner Werteskala sowieso gegen Null. Sollten Sie die Gelegenheit haben, sich den Dokumentarfilm „We feed the World!“ anzuschauen, dann werden Sie darin eine Bestätigung meiner Worte finden. Ein anderer Grund ist, dass heutzutage sehr schnell d.h. allzu leichtfertig mit dem Begriff „Schädling“ umgegangen wird. Mit diesem Urteil ist der Mensch schnell dabei, die Vernichtung eines anderen Wesens zu betreiben. Beim Ausmaß eines festgestellten Schadens zählt immer der Standpunkt der Betrachtung oder des Betrachters. Und das ist einig und allein der Mensch. Was für ein Tier der natürliche tägliche Überlebenskampf ist, bewertet der Mensch als Schaden und dessen Verursacher als Schädling. Gegen solcherart Unterstellungen kann sich ein Tier nicht wehren, bzw. verteidigen. [ ] weiterlesen >>>



Künstlerbiographie Andrea Piep

1963 in Schweinfurt geboren, in Stade aufgewachsen
1984 Fachoberschule für Gestaltung Hamburg
1985-91 Studium der Illustration an der Fachhochschule für Gestaltung Hamburg
mit Schwerpunkt Malerei bei Prof. K. Frank
und Sach- und Kinderbuchillustration bei Prof. G. Flurschütz

seitdem als freie Künstlerin tätig


Ausstellungen (Auswahl seit 2001)

2001 Braunschweig, Schmuckschmiede Johannes Batke
2004 Braunschweig, St. Andreaskirche „sich ein Bild machen“,
Gemeinschaftsausstellung über Leben und Werk G. E. Lessings
2004 Wolfenbüttel, Art-Galerie „so gut als mir das Bildnis glich“,
Gemeinschaftsausstellung über Leben und Werk G. E. Lessings
2004 Braunschweig, Museum des Botanischen Gartens „Viecher und Florales“
2005 Braunschweig, Anwaltskanzlei Homann u. Uhde „Arbeiten auf Papier“
2006 Braunschweig, Rom-Art-Galerie „ Braunschweig-Braunschweig“
2006 Kamenz, Klosterkirche St. Annen, „sich ein Bild machen“,
Gemeinschaftsausstellung über Leben und Werk G. E. Lessings
2006 Magdeburg, Galerie Süd, „Aktprojekt“, Gruppenausstellung
2006 Braunschweig, Buch und Kunst, „Immer Zwei“
2006 Braunschweig, BBK Torhaus-Galerie, „Selbst-Bildnisse – Hommage an Rembrandt“, Gruppenausstellung

Öffentliche Ankäufe

1986 Stadt Stade
2000 Bezirksregierung Braunschweig
2005 Kulturinstitut Braunschweig